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Jetzt verfügbar: Liste der neuen DolmetscherInnen im Kommunalbereich  27. Feb. 2013

Foto: Jasmin Al-Kattib

Der erste Durchgang des Lehrgangs für Laien-DolmetscherInnen ist vorbei, und somit stehen nun eine ganze Reihe an frischgebackenen ÜbersetzerInnen in den Startlöchern, um sich überall dort nützlich zu machen, wo auf sprachlich bedingte Kommunikationsbarrieren gestoßen wird, z. B. bei Behörden, Beratungsstellen oder Schulen.

Insgesamt 17 mehrsprachige Frauen aus Oberösterreich absolvierten den ersten Durchgang des Lehrgangs "Dolmetschen im Kommunalbereich" im Wintersemester 2012/13, den das Bildungszentrum Maximilianhaus in Attnang-Puchheim in Zusammenarbeit mit dem Projekt RIKK entwickelt hat.

Das Feedback der Teilnehmerinnen der viermonatigen Ausbildung ist sehr positiv, weiß Remiza Traubenek, Koordinatorin des Lehrgangs, zu berichten: "Wir haben sehr gute Rückmeldungen bekommen. Alle Teilnehmerinnen wünschten sich nach Kursende eine Fortsetzung und Vertiefung, alle möchten unbedingt weitermachen."

Hunger nach Bildung

Die Gruppe der Absolventinnen ist sehr vielfältig und reicht von Reinigungskraft über Jus-Studentin bis zur Sozialpädagogin. Sie alle haben aber etwas gemeinsam: Alle sprechen neben Deutsch auch noch zumindest eine weitere Sprache (meist auf Erstsprachen-Niveau), und fungieren daher in ihrem Umfeld häufig als DolmetscherInnen. Und: Alle möchten sich unbedingt weiterbilden.

Ziel des Lehrgangs ist nicht nur, den sprachgewandten TeilnehmerInnen Grundkenntnisse des richtigen Dolmetschens beizubringen, sondern auch zu vermitteln, dass sie ihre Übersetzerdienste nicht gratis anbieten müssen, sondern dafür Geld verlangen können. Ihre Tätigkeit, die häufig nur nebenbei passiert, auch als richtigen Job anzusehen.

Wertschätzung einer zusätzlichen Sprache

Die Weiterbildung habe sich auch stark auf die Deutschkenntnisse der Teilnehmerinnen ausgewirkt, schildert Remiza Traubenek: "Man hat in den vier Monaten eine Veränderungen bei den Frauen miterlebt. Einerseits wurden die Deutschkenntnisse bei einigen am Ende des Lehrgangs besser, weil sie sich in der Gruppe wohl und sicher gefühlt haben."

Andererseits sei auch das Selbstbewusstsein der Frauen enorm gestiegen. "Eine Teilnehmerin, die als Reinigungskraft im Krankenhaus arbeitet, und dort auch regelmäßig dolmetscht, sagte zu mir: 'Ich habe das noch nie so gesehen, dass ich etwas besonderes kann.' Denn früher hat sie überhaupt keinen Wert darin gesehen, eine zusätzliche Sprache zu können."

Auch der zweite Lehrgang für LaiendolmetscherInnen, der Anfang April starten wird, ist bereits voll ausgebucht. Diesmal sind nicht nur Frauen, sondern auch ein paar Männer dabei. Koordinatorin Remiza Traubenek: "Wir planen bereits die dritte Runde des Lehrgangs, denn es gibt eine Warteliste in Attnang und in Linz. Und wir wollen das Konzept auch erweitern." (Text: Jasmin Al-Kattib)

 

Die AbsolventInnen des ersten Lehrgangs stehen nun als DolmetscherInnen zur Verfügung.

>>> Liste der DolmetscherInnen zum Downloaden

>>> Info-Folder zum Lehrgang downloaden

 

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