RIKK - regional interkulturell kompetent

Zweite Masterarbeit im Kooperation mit RIKK 14. Aug. 2013

Nach der ersten Masterarbeit in Kooperation mit RIKK wurde nun bereits eine zweite fertiggestellt: Peter Fleming untersuchte für den Studiengang Soziale Arbeit in Linz "Community relations work als mögliches Modell für Integrationsarbeit in Österreich" – und zwar exemplarisch an Hand des Projektes RIKK.regional.interkulturell.kompetent.

In seiner einleitenden Kurzfassung greift Peter Fleming bereits einen Kernpunkt der Problematik des Integrationsthemas auf: "Das Thema Integration von Menschen mit Migrationshintergrund in die Mehrheitsgesellschaft ist in Österreich sehr präsent. Die meisten Lösungsversuche zielen nur auf die MigrantInnen ab und verkennen, dass Integration die gesamte Gesellschaft betrifft."

Der Autor präsentiert in seiner Arbeit ein "Community relations"-Modell, dem ein Ansatz der Gemeinwesenarbeit zu Grunde liegt, um einen neuen Zugang zu dieser Thematik vorzuschlagen. Mittels qualitativer Analyse von Experteninterviews in Zusammenarbeit mit dem Projekt RIKK wurde das Modell auf seine Anwendungstauglichkeit überprüft.

"Community relations"

Der Ausdruck "Community relations work" hat seinen Ursprung im Großbritannien der sechziger Jahre, als nach der Einwanderung vieler Menschen aus den ehemaligen Kolonien im Gemeinwesen zunehmend daran gearbeitet wurde, die Koexistenz der unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen harmonisch zu gestalten. Ziele waren unter anderem die Gleichheit von Grundrechten und die Förderung von kultureller Diversität. Community relations work ist eine Form von Gemeinwesenarbeit. Die Themen, Werte und Prinzipien sind ähnlich bzw. fast identisch mit der Gemeinwesenentwicklung.

Seit 1969 wird versucht, durch Community relations work auch in Nordirland die Beziehungen zwischen der protestantischen Mehrheit und der katholischen Minderheit zu fördern, auszubauen und zu pflegen. Ziel ist ein harmonisches Miteinander und eine Gesellschaft, die beide Volksgruppen integrieren kann. 

Für sein "Community relations"-Modell verarbeitet Peter Fleming seine Erfahrungen aus langjähriger Arbeit mit Jugendlichen in Nordirland, gute Praxisbeispiele und die Bildungsarbeit des nordirischen "Community Relations Councils".

Anwendbarkeit des Modells in Österreich

Auf empirischer Ebene hat sich der Autor ausgehend von Experteninterviews mit der Anwendbarkeit dieses Modells auf RIKK und die Integrationsarbeit in Österreich befasst.

"Die Ergebnisse der Untersuchung bestätigen, dass das Community relations Modell sehr wohl auf RIKK und sein Wirkungsgebiet angewendet werden kann. RIKK steht mitten in einem Prozess, der anfängt, auf allen Ebenen Wirkung zu zeigen", schreibt Fleming. Außerdem verfüge RIKK über hervorragende Netzwerke in der Region und das Projekt habe mit seinen Veranstaltungen, mit der Homepage und mit Lobbyarbeit viele Menschen erreicht und eine erhöhte Sensibilisierung für das Thema Integration in der Region erzielt. Durch seine Kompetenzgruppen und Arbeitskreise habe es angefangen, MultiplikatorInnen fortzubilden, die nachweislich die erworbenen Fähigkeiten auf die Handlungsebene umzusetzen beginnen.

Allerdings sei der Projektstatus ein Hindernis für die prozesshafte Natur der Arbeit von RIKK, da ein genau vorgegebener Zeitrahmen einen gewissen Druck erzeuge, die existierenden Maßnahmen nachhaltig abzusichern, auch wenn diese noch nicht ausreichend gefestigt sind. Es wäre also wünschenswert, wenn RIKK auch nach Projektende seine Arbeit in einem anderen Rahmen weiter verfolgen könnte, in dem optimale prozesshafte Arbeit ohne Zeitdruck geleistet werden kann.

>>> Masterarbeit downloaden

 

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